Hochwasser­­häufigkeit und Schaden­potenzial

Hochwasserhäufigkeit und Schadenpotenzial

Hochwasser werden in „häufig auftretende Ereignisse“ – zum Beispiel jedes oder alle fünf Jahre –und „seltene Ereignisse“ – zum Beispiel einmal in 100 Jahren – unterschieden. Seltene Hochwasserereignisse sind durch hohe Durchflussmengen und hohe Wasserstände gekennzeichnet. Es können hierbei Flächen überflutet werden, die „normalerweise“ nicht von Hochwasser betroffen sind. Die Unterscheidung der Hochwasser nach einer bestimmten Jährlichkeit basiert auf statistischen Auswertungen der Abflüsse eines Flusses, die man über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg beobachtete. Der Begriff „Jährlichkeit“ beschreibt die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Hochwasserereignisses, wird allerdings in der Öffentlichkeit häufig falsch interpretiert. Hochwasserbetroffene verknüpfen ihn oft mit der Annahme, dass ein Hochwasser mit einer Jährlichkeit von 100 Jahren in Abständen von 100 Jahren auftritt. Tatsächlich liegt der „Jährlichkeit“ aber eine Wahrscheinlichkeitsbetrachtung zugrunde. Es ist daher möglich, dass statistisch seltene Hochwasserereignisse tatsächlich in deutlich kürzeren Zeitspannen auftreten – sowie es am Rhein 1993 und 1995 der Fall war. Unberücksichtigt bei diesen Zeitangaben sind die aktuellen Auswirkungen der Klimaveränderung. Zusätzlich beeinflussen wir mit der Gestaltung unserer Umwelt Entstehung, Verlauf und die Auswirkungen von Hochwasserereignissen maßgeblich.

Eine ebenfalls anschaulicher Größe erhält man durch die Beschreibung von Hochwasserereignissen mit Hilfe des Wasserstands. Der Wasserstand, der sich während eines Hochwassers einstellt, ist abhängig von der durchfließenden Wassermenge und dem durchströmten Raum. Wird dieser betroffene Bereich durch Ablagerungen oder Bauten verkleinert, erhöht sich – bei gleicher Wassermenge – der Wasserstand. Entstehendes Oberflächenwasser verteilt sich also über eine weit größere Fläche bei dichter Bebauung.

Was bedeutet der Begriff Schadenpotenzial?

Häufig auftretende Hochwasserereignisse richten oft nur geringen Schaden an. Die betroffenen Menschen kennen die Gefahr dieser Hochwasser und sind gut vorbereitet. Das Schadenspotenzial auf den überschwemmten Flächen ist gering oder diese Flächen sind sehr gut geschützt. Seltene oder ungewöhnliche Hochwasserereignisse betreffen nicht nur insgesamt größere Flächen, sie überschwemmen insbesondere Gebiete, in denen Menschen leben, die sich nicht oder nur wenig auf ein Hochwasservorbereitet haben. Dadurch entstehen hier in der Regel größere Schäden. Auch wenn z.B. Schutzeinrichtungen, wie Deiche oder Wasserausweichsysteme, versagen, passiert ähnliches.

Und hierdurch unterscheidet sich ein Schadenspotenzial. Je unvorbereiteter Betroffene einem Hochwasserereignis gegenüberstehen, desto höher ist der zu erwartende Schaden.

Da selbst staatliche Maßnahmen keinen 100 %-igen Schutz gewährleisten können, sind alle Bürger und Bürgerinnen deshalb gefordert, weitergehende Maßnahmen zur Eigenvorsorge zu ergreifen. Das Hochwasserrisikomanagement sollte somit alle Bereiche umfassen: Die Hochwasservorsorge, die Bewältigung und die Nachsorge, also den Wiederaufbau und die Unterstützung der Betroffenen.

Quellenangabe: Eine Publikation des Umweltbundesamts HOCHWASSER VERSTEHEN, ERKENNEN, HANDELN! www.umweltbundesamt.de

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